Hochsensible Kinder Teil 2 – hochsensible Babys
Baby Hochsensibilität

Hochsensible Kinder Teil 2 – hochsensible Babys

 

Heute geht’s weiter mit Hochsensibilität bei Kindern. Als Erstes – wie könnte es anders sein – mit hochsensiblen Babys.

Hochsensibilität ist angeboren. Deshalb können auch Babys Anzeichen von Hochsensibilität zeigen.
Allerdings lassen sich kaum Berichte zur Hochsensibilität bei Babys finden.
Ich berichte daher in erster Linie von meinen eigenen Erfahrungen, sowohl mit meiner eigenen hochsensiblen Tochter, als auch von Arbeit als Erzieherin. Ich weiß natürlich nicht, wie allgemeingültig meine Erfahrungen sind, es sind halt nur meine Erfahrungen.

Ist mein Kind von Geburt an hochsensibel?

Das die Reizoffenheit von Anfang an besteht, merkt man, wenn man sein (hochsensibles) Baby gut beobachtet, schnell.
Hochsensible Babys sind von klein auf aufmerksam und leicht ablenkbar. Sie schlafen meist wenig und wirken ständig aufmerksam. Selbst beim Stillen wird auf jedes Geräusche reagiert. Jeder Ortswechsel und jede neue Person wird wahrgenommen und häufig erstmal mit Ablehnung quittiert.
Sie scheinen von Anfang an alles zu beobachten (so gut sie dies halt können) und reagieren sehr empfindlich auf Stimmungen in ihrem Umfeld.

Warum ist mein Baby so unruhig?

Hochsensible Babys sind oft sogenannte High- need- Babys. Sie sind schnell überreizt, schlafen nur schwer ein und haben einen einen sehr leichten Schlaf.
Jedes Geräusch, jede Lageveränderung, einfach alles stört beim Einschlafen. Selbst wenn das Baby endlich schläft, kann es jede Kleinigkeit, wieder wecken – manchmal reicht sogar die Entspannung des Körpers beim Einschlafen, damit es wieder hochschreckt. Das schlafende Kind ablegen, oder sich leise aus dem Zimmer schleichen scheint oft ein Ding der Unmöglichkeit zu sein.

Fremde Personen (und seien es die Großeltern), die das Kind auf den Arm nehmen wollen, lösen unter Umständen größten Protest aus. Das Baby merkt sehr schnell (unter anderem am Geruch), dass das nicht die vertraute Bezugsperson ist und reagiert erstmal mit Verunsicherung.

Nähe und Distanz

Hochsensible Babys brauchen sehr viel Nähe, um sich sicher zu fühlen. Im Kinderwagen liegen wollen sie meist eher nicht, hilfreich ist deshalb ein Tragetuch.
Häufig wollen hochsensible Babys, geschützt durch die körperliche Nähe des Tragens, den Blick nach “Außen“ haben.
Eigentlich nachvollziehbar, wer möchte sich schon mit “verbundenen“ Augen irgendwo aufhalten, wo viele Geräusche, Gerüche und sonst noch was auf einen einprasseln.
Stell dir vor, du wirst mit verbundenen Augen mitten in volles Einkaufszentrum gestellt…unangenehm, oder?

Aber auch wenn das Baby raus gucken möchte, ist die Frage, ob das immer sinnvoll ist. Denn durch den Blick nach Außen, wird das Baby eine größeren Menge an Reizen ausgesetzt und somit schneller überreizt. Deshalb ist es wichtig, gut abzuwägen, was für das Kind gerade besser ist.
Im Zweifelsfall (um beim Einkaufszentrum zu bleiben) lieber an sehr unruhigen Orten nur kurze Aufenthalte einplanen, damit das Baby nicht überreizt und damit überanstrengt wird.

Hochsensible Babys sind nämlich extrem schnell überreizt und reagieren dann häufig mit Unruhe, weinen und quengeln. Oft sind sie dann nur schwer zu beruhigen und brauchen viel Unterstützung,um sich wieder zu entspannen.
Die Spanne, in der das Baby die Reize gut verarbeiten kann, bevor es angestrengt und überreizt reagiert ist oft sehr klein. Außerdem gibt es nur selten eine Übergangszeit, in der man die Situation noch gut auflösen kann.

Was kann ich tun?

Insgesamt ist es gerade bei hochsensiblen Babys unglaublich wichtig für genügend Ruhephasen in reizarmer Umgebung zu sorgen. Noch mehr als andere brauchen hochsensible Babys den Schutz ihrer Eltern vor zu vielen Reizen. Sie können die auf sie einströmenden Reize weder zuordnen, noch ausblenden.

Aufgrund ihrer eigenen Hilflosigkeit können sie sich ja nicht selbstständig entziehen, sie sind voll und ganz auf das Verständnis ihrer Eltern angewiesen.
Reizarme Umgebung bedeutet allerdings nicht, dass das Kind von allem fern gehalten und abgeschirmt werden sollte. Kinder brauchen Reize, damit sich das Gehirn gut entwickelt und das Kind lernt, Reize zuzuordnen und damit umzugehen. Deshalb ist es besonders wichtig, den Alltag so zu strukturieren, dass das Baby zwar immer wieder Reize erfahren kann, ihnen aber nicht zu lange ausgesetzt ist und anschließend Zeit bekommt, wieder zur Ruhe zu kommen. Außerdem ist es sinnvoll, dafür zu sorgen, dass das Baby nicht zu vielen Reizen gleichzeitig ausgesetzt ist.

Wie sind eure Erfahrungen mit hochsensiblen Babys? Habt ihr Ähnliches erlebt, oder war es bei euch anders? Habe ich etwas vergessen?
Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr eure Erfahrungen mit mir teilt.

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