Hochsensible Kinder

Hochsensible Kinder

Eigentlich wollte ich nur einen Artikel zu Hochsensibilität bei Kinder schreiben, aber je länger ich daran arbeite, merke ich, dass das Thema einfach viel zu komplex und vielschichtig für nur einen einzigen Artikel ist.

Deshalb wird das hier der Auftakt einer kleinen Reihe zu dem Thema.

Teil 1 – Allgemeines

Da Hochsensibilität angeboren ist, gibt es natürlich auch hochsensible Kinder.
Diese Kinder sind als Baby häufig sehr unruhig, brauchen sehr viel körperlichen Kontakt und Begleitung um zur Ruhe zu kommen. Wenn sie größer werden, brauchen sie oft eine gewisse Zeit um mit einer neuen Situation warm zu werden und sich zu trauen (z.B. sich von der Sicherheit der Bezugsperson zu lösen).

Oft reagieren auffallend extrem auf bestimmte Reize, sei es kratzende Kleidung, laute Geräusche oder auch eine unübersichtliche/ unruhige Umgebung. Da kann es schon mal passieren, das Kind mitten auf der Straße stehen bleibt, weil die Socke runterrutscht und das muss sofort behoben werden, denn der taktile Reiz ist kaum aushaltbar.

Hochsensible Kinder sind schnell überreizt und überfordert. Das richtige Zeitfenster für etwas zu finden – egal ob essen, schlafen, oder spielen – ist oft schwierig, weil der Übergang von “alles ist gut“, zu “es ist viel zu viel“ häufig extrem kurz ist. Hat man den richtigen Zeitpunkt verpasst, ist das Kind überreizt und kaum noch zur Ruhe zukommen bringen.

Häufig zweifeln Eltern daran, dass ihr Kind hochsensibel ist, weil es vor allem zuhause sehr willensstark, egoistisch und wenig empathisch ist.

Woanders benimmt es sich vorbildlich, aber zuhause wie ein kleiner Berserker.

Das beides schließt sich aber nicht gegenseitig aus.
Gerade introvertierte, hochsensible Kinder neigen dazu, im geschützten Rahmen (nämlich zuhause) all das auszuleben und auszuprobieren, was sie sich überall sonst nicht trauen.

Wo sonst, außer zuhause sollen sie lernen, ihre eigenen Grenzen zu finden, sich abzugrenzen und die eigenen Gefühle von denen der anderen zu unterscheiden. Natürlich trifft das nicht auf alle Kinder zu, aber meiner Erfahrung nach, ist es tatsächlich oft so und so anstrengend es auch für die Eltern ist, eigentlich ist es doch ein gutes Zeichen. Schließlich bedeutet es, dass das Kind sich zuhause so sicher fühlt, dass es sich traut, diese Seiten von sich auszuleben und das wiederum ist ein großer Schritt dazu, sich im späteren Leben auch abgrenzen zu können.

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