Info Fructosemalabsorbtion

Im Gegensatz zur Laktoseintoleranz, sind die Abläufe bei der Fructosemalabsorbtion (es heißt nämich genau genommen nicht Fructoseintoleranz) wesentlich komplizierter.
Deshalb gibt es auch keine so einfache Lösung, wie die Lactasekapseln.

Achtung, ich beziehe mich hier in erster Linie auf die intestinale Fructosemalabsorbtion. Es gibt noch die wesentlich seltenere hereditäre Fructoseintoleranz, die ein ganz anderes Krankheitsbild und einer koplett anderen Therapie bedarf!

Was passiert im Körper?

Fructose ist ein sogenannter Einfachzucker (Monosaccharid) und kann normalerweise mit Hilfe des GLUT-5 Transporters im Dünndarm resorbiert werden.
Bei Menschen mit Fructosemalbasorbtion stehen nicht genug GLUT-5 Transpoter zur Verfügung. Die Fructose wird nicht komplett resorbiert und ein Teil der Fructose gelangt in den Dickdarm, wo sie von den dort angesiedelten Bakterien vergoren wird. Dabei entstehen, genau wie bei der Laktoseintoleranz, verschiedene Gase und damit Blähungen, Bauchkrämpfe, Durchfall usw.

Interessanterweise stößt der Körper bei jedem Menschen, bei sehr großen Fructosemengen (ab ca. 35g pro Stunde) an seine Grenzen.

Der GLUT-5 Transporter ist auch für die Verarbeitung von Zuckeralkoholen (z.B. Sorbit) verantwortlich. Das bedeutet, dass Produkte mit Zuckeralkoholen die Verträglichkeit vom Fruchtzucker noch weiter herabsetzen, einfach weil sie einen Teil der Transporter schon besetzen.

Außerdem wird Tryptophan (eine Vorstufe von Serotonin und Melatonin) über die GLUT- 5Transporter verarbeitet. Schlafstörungen und Depressionen können daher durchaus auch Symptome einer Fructosemalabsorbtion sein.

Diagnose

Diagnostiziert wird die Malabsorbtion mit Hilfe eines Atemtests. Genau wie bei der Laktoseintoleranz bekommt man eine Fructoselösung zu trinken. Danach wird in regelmäßigen Abständen die Atemluft gemessen. Erhöht sich der Wasserstoffgehalt in der Atemluft, hat man eine Malabsorbtion.

Was nun?

Zunächst wird eine Karenzzeit empfohlen. In dieser Zeit sollte man sich sehr reduziert ernähren: kein Obst, kein Gemüse, keinen Haushaltszucker(!), kein Vollkorn etc.
Das dient dazu, dass der Darm überhaupt erstmal zur Ruhe kommen kann.
Nach ein bis zwei Wochen (nach Möglichkeit nicht länger als 4 Wochen) sollte man anfangen, nach und nach weitere Lebensmittel einzuführen. Immer nur eine kleine Menge eines Lebensmittels auf einmal, drei Tage abwarten (ja, es kann bis 72 Stunden dauern, bis es eine Reaktion kommen kann). Gibt es keine Reaktion, die Menge erhöhen, wieder abwarten und so weiter.
Ich habe immer ein neues Lebensmittel pro Woche dazu genommen. Manchmal ging es etwas schneller (wenn es schnell eine Reaktion gab), manchmal dauerte es etwas länger bis ich sicher war, das ich es vertrage.
Auch Obst wird probiert, wobei es besser ist mit Gemüse anzufangen.

ACHTUNG: Trockenfrüchte sind extrem schlecht verträglich!

Leider ist es sehr individuell, wieviel von welchem Lebensmittel man verträgt.
Ich vertrage z.B. jede Form von Beeren gut und auch Haushaltszucker vertrage ich.
Gar nicht gehen Äpfel, Birnen, rote Paprika und Hülsenfrüchte. (Deshalb kann ich auch Milch nicht mit Sojamilch ersetzen)

Sollte man keinen Haushaltszucker vertragen, kann man auf Traubenzucker, Reissirup, oder Getreidezucker ausweichen.

Achtung! HONIG und AGAVENDICKSAFT sind fructosehaltig!

Insgesamt gilt, genauso wie bei der Laktoseintoleranz: lesen, lesen, lesen.
Lest jede Zutatenliste – es ist kaum zu glauben, wo überall Fructose, oder Sorbit drin ist!
Guckt ganz genau, denn Fructose versteckt sich hinter unglaublich vielen Bezeichnungen.

Eine Liste mit Bezeichnungen für Fructose, Sorbit etc. folgt demnächst.

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