Laktoseintoleranz- Info

Laktoseintoleranz ist eigentlich gar nicht so selten. Etwa 75% der Weltbevölkerung sind davon betroffen. In Europa leiden um die 20% an einer Laktoseintoleranz, in Asien dagegen bis zu 90%.
(Übrigens entwickeln ca. 60% aller Betroffen auch eine Fruktosemalabsorbtion.)

Entstehung

Als Baby vertragen fast alle Menschen Laktose. Das ist auch überlebensnotwendig, da die Muttermilch ebenfalls Laktose enthält. Verantwortlich dafür ist das Enzym Lactase. Bei laktoseintoleranten Personen reduziert der Körper im Laufe der Kindheit die Produktion dieses Enzyms, so dass irgendwann die ersten Symptome auftreten. Wann dies der Fall ist, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Bei mir z.B. wurde die Intoleranz mit 16 diagnostiziert, die Symptome fingen mit Beginn der Pubertät an aufzutreten und verschlimmerten sich immer mehr. Bis zur Diagnose vergingen aber noch etliche Jahre.

Was passiert im Körper?

Mit Hilfe der Lactase wird der Milchzucker normalerweise im Dünndarm zerlegt und über die Darmwand resorbiert. Je weniger Lactase im Körper vorhanden ist, desto mehr Milchzucker gelangt unzerlegt in den Dickdarm, wo er von den dort angesiedelten Bakterien fälschlicherweise vergoren wird. Dabei entstehen organische Gase, die Blähungen verursachen , sowie Säuren, die Wasser binden und damit Durchfälle auslösen.

Wieviel Laktose der Einzelne verträgt ist individuell unterschiedlich.

Diagnose

Diagnostiziert wird eine Intoleranz mit Hilfe eines Atemtests.

Hierbei bekommt man eine Milchzuckerlösung zu trinken. Anschließend wird in regelmäßigen Abständen die Atemluft gemessen. Erhöht sich der Wasserstoffgehalt in der Atemluft, liegt in der Regel eine Intoleranz vor.

Was nun?

Hat man eine Laktoseintoleranz, kann man nur eins tun – Laktose vermeiden.
Milchprodukte sind nicht unbedingt notwendig für eine gesunde Ernährung, man sollte aber vor allem auf eine ausreichende Calciumversorgung achten.
Spinat und Grünkohl und Brokkoli enhalten z.B. viel Calcium. Außerdem gibt es calciumreiche Mineralwasser.
Je nachdem, wie ausgeprägt die Intoleranz ist, kann man durchaus noch bestimmte Käsesorten problemlos essen. Dabei muss es nicht unbedingt spezieller laktosefreier Käse sein. Oft hilft ein Blick auf die Nährwerttabelle – ist der Zuckergehalt kleiner als 0,1 g pro 100g, ist der Käse laktosefrei.
Häufig sollen auch Joghurt und Quark verträglich sein, ich habe damit leider eher schlechte Erfahrungen gemacht und greife lieber zu laktosefreien Produkten.

Was sich allerdings absolut nicht vermeiden lässt, ist Zutatenlisten zu studieren. Egal ob es sich um Getränke, Medikamente, oder Lebensmittel handelt.

Lest bei allem – wirklich bei allem nach! Es ist unglaublich, wo überall Laktose drin ist. Oder würdet ihr damit rechnen, dass Wassereis Laktose enthält?

Lactasekapseln

Im Alltag habe ich die Laktoseintoleranz ganz gut im Griff, schwierig wird es allerdings, wenn wir unterwegs sind.
Wenn wir mal Essen gehen, frage ich grundsätzlich nach, ob Milch, oder Sahne verwendet wird – auch wenn es nicht auf der Karte steht.
Außerdem gebe ich zu, es ist nicht immer leicht, den anderen zugucken zu müssen. Gerade bei Eis und Kuchen fällt es mir extrem schwer.

Deshalb habe ich für den Notfall immer Lactase Tabletten (es gibt auch Kapseln ) in der Tasche. Diese führen dem Körper die fehlende Lactase zu, so dass man mehr Laktose vertragen kann.

Es gibt sie in unterschiedlichen Dosierungen. Hat man eine ausgeprägte Unverträglichkeit sollte man eine höhere Dosierung wählen.

Diese Tabletten sollten aber tatsächlich nur ausnahmsweise benutzt werden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn man sie zu oft verwendet, der Körper nicht mehr darauf reagiert und man trotzdem wieder Symptome entwickelt.

Interessanterweise gibt es eine Situation, in der der Körper die Lactaseproduktion wieder ankurbelt – davon profitieren allerdings nur wir Frauen 😉
In der Schwangerschaft kann man in der Regel alles essen. Nach der Entbindung lässt das allerdings wieder nach.

Es gibt auch noch eine angeborene Form der Laktoseintoleranz. Diese äußert sich schon ab der Geburt und unterscheidet sich stark von den anderen Formen der Laktoseintoleranz. Diese Form ist allerdings sehr selten. Ich beziehe mich hier auf die häufigste Form, die sog. primäre Intoleranz.

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen