“Was stimmt eigentlich nicht mit mir?“

“Was stimmt eigentlich nicht mit mir?“

– Hochsensibilität entdecken –

Kennt ihr das auch? Mein Leben lang höre ich Sprüche, wie “Jetzt stell dich doch nicht so an!“, “Sei doch nicht so empfindlich!“, aber auch “Du bist immer so aufmerksam, was du alles mitbekommst.“

Ich dachte lange, mit mir stimmt was nicht, ich sei zu sensibel, müsste härter und abgeklärter werden. Aber egal, wie sehr ich mich bemühte, ich blieb so.

Vor ein paar Jahren hatte ich dann eine Fortbildung zum Thema Grenzen setzen (dreimal dürft ihr raten warum) und hatte ein riesiges Aha- Erlebnis. Die Fortbildnerin war eine sehr faszinierende, hochsensible Frau, die unter anderem auch als Coach tätig ist. Am zweiten Tag fragte sie mich, ob ich schon mal darüber nachgedacht habe, hochsensibel zu sein und empfahl mir einige Bücher zu dem Thema.
Ich fing an zu lesen und stellte fest, das passt!
Endlich fühlte ich mich nicht mehr, als würde mit mir etwas nicht stimmen.

Wo gibt’s Infos?

Heute weiß ich, ich bin nicht falsch, ich gehöre nur zu den ca. 20% der Bevölkerung, die Reize schlechter filtern, als andere.
Es gibt in der Zwischenzeit einiges zu diesem Thema wenn auch noch lange nicht genug.
Wer sich intensiver mit dem Thema beschäftigen will, dem empfehle ich www.zartbesaitet.net, eine, wie ich finde, sehr gut strukturierte Plattform mit vielen Infos und unter anderem auch einem online- HSP Test.

Was bedeutet hochsensibel zu sein für mich?

Für mich bedeutet hochsensibel zu sein, dass ich sehr geräuschempfindlich bin. Außerdem reagiere ich stark auf visuelle Reize und Emotionen.
Andere sind vielleicht besonders geruchsempfindlich, oder reagieren auf taktile Reize. Es gibt alle möglichen Kombinationen.

Einerseits bin ich echt gut darin, Dinge zu beobachten und such unterschwellige Emotionen wahrzunehmen, andererseits bin ich sehr schnell überreizt und gestresst, vor allem, wenn ich keine Möglichkeit habe, mich der stressigen Situation zu entziehen.
Im Alltag ist das oft ein Drahtseilakt, der mir oft nicht gelingt.

Früher und heute

Früher war es mir oft unangenehm, so empfindlich zu sein, deshalb habe ich die Zähne zusammen gebissen und gemacht, was alle machen – shoppen, ausgehen…
Die Situationen waren mir unangenehm und meistens war ich fanach fix und fertig, aber wer will als Teenager (und auch danach noch) schon anders sein, als alle anderen.

Heute weiß ich einfach, dass ich solche Situationen viel stärker wahrnehme, als viele andere und bin selbstbewusst genug, zu sagen, was ich nicht mag. Seitdem sage ich auch einfach nein, wenn ich weiß, dass mir etwas zu viel ist.

In der Freizeit klappt das in der Regel gut, im Berufsleben ist es allerdings ein großes Problem. Da kann ich nicht einfach sagen, ich ziehe mich zurück, schließlich habe ich als Erzieherin in erster Linie mit anderen Menschen zu tun.
Was ich mache, um Stress abzubauen und zur Ruhe zu kommen, dazu schreibe ich demnächst mehr.

Was mich aber interessieren würde, was macht ihr so, um Stress loszuwerden?

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